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Afrika, die Wiege der Menschheit

Afrika, die Wiege der Menschheit

Für viele ist es ein Traum einmal nach Afrika zu reisen. Die Freiheit spüren, die Wildnis und die Tiere erleben und nicht zuletzt die Menschen treffen, die immer glücklich sind und lachen. Zumindest so der verklärte Blick einiger. Doch was ist dran an diesen Vorurteilen über Afrika? Der beste Weg dies rauszufinden ist natürlich einmal selbst nach Afrika zu reisen. Schnell wird man merken, dass Afrika nicht gleich Afrika ist. So groß wie dieser Kontinent ist, so vielfältig ist er auch. Eigentlich nicht verwunderlich. Europa ist schließlich auch nicht gleich Europa.

Meine jetzige Reise hat mich nach Mosambik geführt. Nicht unbedingt eines der klassischen Reiseziele. Aber warum eigentlich nicht? Einmal hier gewesen, möchte man auf jeden Fall wieder zurück. Mich hat es an die Küste nach Vilankulos verschlagen und ohne jemals in der Karibik gewesen zu sein, würde ich behaupten, dass der Strand und der Ozean hier auf jeden Fall karibisches Flair haben. Der Moment, wenn man mit dem Flugzeug im Landeanflug auf Vilankulos zu fliegt und noch eine Schleife über dem indischen Ozean dreht, ist einfach unbeschreiblich. So muss es im Paradies aussehen. Ein Ozean voller herrlicher Blautöne mit kristallklarem Wasser. Der Strand reinster Sand und dazu Kokosnusspalmen. Wahnsinn!

Doch warum ausgerechnet Mosambik und Vilankulos? Das haben mich vorher viele gefragt und die Antwort ist eigentlich recht unspektakulär. Ich mache hier ein Praktikum bei einer deutsch-mosambikanischen NGO namens Kululeku. Wenn man einmal hier ist, dann stellt sich eine ganz andere Frage. Warum ist Mosambik zumindest in Deutschland noch so ein Geheimtipp? Vilankulos ist eigentlich das perfekte Reiseziel für alle, die gerne nach „Afrika“ möchten, aber trotzdem einen gewissen europäischen Standard behalten möchten auf ihrer Reise. Hier gibt es – zu meiner großen Überraschung – schon einige Lodges und Restaurants, die alle zum Entspannen und Abschalten einladen. Vor allem für Wassersportler dürfte hier ein idealer Ort sein. Neben der Möglichkeit eine der schönen Inseln vor Vilankulos zu besuchen und auf eine Schnorcheltour zu gehen, kann man hier Kitesurfen, Jetski fahren, Tauchen und auch Windsurfen.

Wie sieht es nun mit den anfangs angesprochenen immer glücklichen und stets lachenden Menschen aus? Nun, wenn man hier über den Markt läuft, hört man auf jeden Fall mehr Gelächter als auf einem deutschen Wochenmarkt, aber trotzdem darf man nicht vergessen, dass Mosambik zu den ärmsten Ländern der Welt gehört und viele Bewohner und Bewohnerinnen hier sicherlich nicht viel zu lachen haben. Trotzdem sind sie immer freundlich und auch an uns Ausländern sehr interessiert. Sie machen es einem einfach sich hier wohlzufühlen und Kontakte aufzubauen. Spätestens bei einem gemeinsamen Billardspiel (Billard scheint hier Nationalsport zu sein) lernt man die Leute und damit auch das Land noch besser kennen.

Und gerade weil alle so freundlich sind und einen mit offenen Armen empfangen, macht es umso mehr Spaß ihnen durch die Arbeit bei Kululeku zumindest eine Kleinigkeit zurück zu geben. Kululeku ist Xitswa und bedeutet Freiheit. Sehr passend wie ich finde, wenn man sich anguckt, was die NGO macht. Denn ein großer Bereich ist die Unterstützung von Schulen bzw. von Schülerinnen und Schülern, sodass die Kinder später die Freiheit haben zu entscheiden, welchen Beruf sie ausüben möchten. Doch Kululeku macht noch mehr. Sie bauen Brunnen, reparieren Wasserpumpen oder, ein Projekt welches gerade in der Umsetzung ist, legen Ackerflächen bei den Schulen an, sodass die Schülerinnen und Schüler zumindest eine Mahlzeit am Tag sicher haben und zum anderen damit sie lernen Verantwortung für etwas zu übernehmen, denn die Instandhaltung und Bewässerung soll in gemeinsamer Arbeit von Schülerinnen und Schülern und Freiwilligen erfolgen.

Das Schöne an Kululeku ist auch, dass dieser Verein nicht nur für die Bevölkeru
ng von Vilankulos arbeitet, sondern vor allem auch mit ihr. Vado, der Manager hier vor Ort, ist in Vilankulos geboren und aufgewachsen und kennt Land und Leute viel besser als es je ein Ausländer tun würde. Sein Wissen und seine Arbeit sind unersetzlich.

Kommen wir zum Ende und damit zum Anfang des Artikels zurück. Wie sieht es also nun aus mit der Freiheit und der Wildnis? Die lachenden Marktbesucher hatten wir ja bereits geklärt 😉

Kann man von Freiheit sprechen? Auf der einen Seite sicherlich! Wenn man abends am Strand steht, die Sterne in einer Vielzahl funkeln wie man sie in Deutschland leider nur noch an wenigen Stellen zu sehen bekommt, dann fühlt man sich auf jeden Fall frei und als würde einem die ganze Welt gehören, aber wie sieht das mit der Bevölkerung aus? Sind sie frei? Mit nur begrenzten Bildungsmöglichkeiten und sehr eingeschränkten Reiseerlaubnissen? Schwer zu sagen. Die Frage nach der Wildnis ist dagegen schon einfacher zu beantworten. Die gibt es hier auf jeden Fall und es ist schön zu sehen wie die Natur aussehen kann, wenn sie nicht durch Menschenhand verändert wird.

Alles in allem kann ich jedem nur empfehlen einmal selbst hier hin zu kommen und sich ein Bild von Land und Leuten zu machen. Gerne auch mit Kululeku 🙂

Autorin: Lina Borchers

Wenn du selbst nach Mosambik reisen möchtest und dich vor Ort einbringen und gleichzeitig Menschen kennenlernen möchtest, hilf beim Farmingprojekt von Kululeku für ein paar Tage!

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