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How to mototravel Vietnam oder:  Wie ich lernte die Anarchie zu lieben

How to mototravel Vietnam oder: Wie ich lernte die Anarchie zu lieben

Freiheit. Ein Gefühl, was ich noch nie so intensiv erlebt habe, wie in Vietnam. Ein Land, welches mich in den Bann gezogen hat und seit jeher die unangefochtene Nummer Eins meiner Travel Destination ist.

 

Warum Vietnam ?

 Naja, ich könnte aufzählen,  was ich für verrückte Nächte in den pulsierenden Metropolen Saigons oder Hanois erleben durfte , oder wie entspannt das Leben an den Stränden der Region Da Nangs ist, oder, oder, oder…

Aber was mich wirklich seit dieser Reise im Frühjahr 2016 nicht mehr los gelassen hat, war das Abenteuer dieses Land mit einem Motorrad zu bereisen.

Die kühle Luft, die über einen strömt, während man viel zu schnell kleine Bergstraßen runter brettert. Die Möglichkeit jederzeit einen kleinen Pitstop einzulegen, die Aussicht zu genießen und sich den Tag mit einem eiskalten Kafe da ( Eiskaffee mit Kondensmilch) und einem schnellem Bánh Mì Sandwich zu versüßen, ist meines Erachtens, die wirklich wahre Art Vietnam zu erleben.


Muss man nicht lebensmüde sein um dort Motorrad zu fahren ?

Wer schon mal in Asien war der weiß, dass Verkehrsregeln eher als ein formelles  Konzept angesehen werden,  an welche man sich nicht wirklich halten muss. Vielmehr entscheidet hier das Gesetzt von Schnelligkeit und Reaktionsstärke und spätestens zur Rush-Hour bricht die  totale Anarchie auf den Straßen aus (Videobeweis:https://www.youtube.com/wa tch?v=4phFYiMGCIY). Aber eine Anarchie mit einem gewissen Flow und jeder Menge Adrenalin, die ich lernte zu lieben.

Habt ihr auch Bock dieses Land, was NOCH viel eigenen Charme versprüht,  zu erleben abseits der bereits zertrampelten Touri-Pfade?  Dann schnappt euch doch auch Motorrad und erlebt euer ganz eigenes Abenteuer. Wenn ihr jetzt denkt: geile Idee aber wie denn bitte – einfach weiter lesen !

 

Was für ein Motorrad soll ich mir holen ?  

 Für Motorrad-Neulinge ist es wohl am besten sich einen Automatik Roller mit  50ccm bzw. 75ccm zu holen. Der Vorteil hierbei liegt in der Hand. Einfach den Gashebel nach vorne drehen und ab geht es. Problematisch ist jedoch, dass diese Rolle oft störanfällig sind. Was ich (schmerzhaft) lernen musste: Vertraut keinem Elektrostarter, sondern nehmt immer nur Roller mit gut funktionierenden Kickstartern. Denn uns ist es zahlreich passiert, dass wir auf Hauptstraßen gestrandet sind, da der Roller nicht mehr anspringen wollte. Aber keine Sorge, solche Pannen bedeuten keinen Weltuntergang.  Fast  immer konnten wir die Maschine wieder zum Laufen bringen,  durch das große Roller-Know-How der Locals, die auch gerne mal eine Vollbremsung machten um uns zu helfen.

 

Wenn ihr euch schon zutraut auch eine größere Maschine auszufahren, dann besorgt euch ein Motorrad mit etwa 125 ccm ( mehr als das würde ich nicht wirklich empfehlen, da ihr größere Maschinen selten ausfahren könnt und man auch deutlich mehr bezahlen muss). Ihr seid damit zum einen schneller, diese Maschinen sind deutlich belastbarer und auch das Fahrgefühl ist ein ganz anderes, besonders wenn man sich mal durch schlammige Bergstraßen kämpfen muss.

 

Wie komme ich an einen fahrbaren Untersatz?

1.Option: Die meisten Hostels vermieten Roller à einfach an der Rezeption nachfragen.  Ich habe damals meistens 10 USD Leihgebühren bezahlt und dann noch mal 3 USD für Benzin. Meiner Meinung nach,  die beste Variante für Day-Trips. Über Papierkram oder etwa Schutzkleidung muss man sich keine Sorgen machen – die gibt es einfach nicht…

 

2. Option: Kauft euch direkt einen Roller/Motorrad.  Einfach mal im Hostel rum fragen, ob einer der Reisenden seine Maschine verkaufen muss, weil er demnächst ausreist. Ihr könnt auch direkt  bei Werkstätten fragen, ob sie etwas Passendes für euch haben. Ich würde die erste Variante  jedoch empfehlen, da die meisten Backpacker einfach die Maschinen loswerden wollen, ohne einen großartigen Gewinn bei solch einem Verkauf zu machen. So habe ich damals auch mein Motorrad bekommen. Es hat etwa 350 USD gekostet und für den gleichen Preis habe ich es auch wieder verkauft. Auch hier musst man sich keine Gedanken über den Papierkram oder Versicherungen machen , die gibt es zwar offiziell schon aber auf meiner Reise habe ich keinen Backpacker getroffen, der welche besessen hat. Wenn ihr doch einmal anbehaltet werdet , dann kann man sich bestimmt mit dem Polizisten einigen ….

 

3. Option: In manchen Orten kann man sich ein Roller ausleihen und damit eine gewisse Strecke abfahren. Der Vorteil ist, dass ihr den Roller nicht zurück bringen müsst sondern oft am Zielort direkt abgeben könnt. Wir haben damals so eine Tour von Hue nach Hoi An gemacht und hatten damit auch die Möglichkeit über den bekannten Hai Van Pass zu fahren. Oft wird hierbei auch angeboten euer Gebäck per Bus direkt zum Zielort zu bringen, was das Reisen ein wenig angenehmer macht.

 

Hier noch mal das 1×1 beim Motorrad ausleihen / kaufen

  • Immer eine Probefahrt machen, bevor man Geld ausgibt und dabei checken, ob die Elektronik und vor allem die Bremsen funktionieren
  • Auch öfters testen ob die Maschine problemlos anspringt
  • Gerne wird auch getrickst mit der Benzin Befüllung, also einfach mal den Tankdeckel aufschrauben und nach schauen
  • Hört auf euer Bauchgefühl, ob ihr euch gut auf der Maschine fühlt

 

Wie krieg ich mein Gebäck von A nach B ?

Naja, entweder habt ihr das Glückt, dass es eine Metall-Befestigung auf der Rückseite euers Motorrad gibt, an welche man seinen Rucksack festbinden kann. Ansonsten einfach den Rucksack auf den Rücken behalten oder direkt an den Rücksitz spannen.  Die altbekannte Formell von Spanngurten und Gaffer Tape erledigen den Job zumeist gut.

 

Wohin soll die Reise gehen ?

Das ist am Ende euch überlassen. Es gibt eigene Mototravel Guides für Vietnam und auch das Internet spuckt euch viele Routen aus. Ich bin damals von Saigon hoch bis nach Hanoi entlang der Ostküste gefahren. Viele schlagen sich auch gerne direkt durch den Dschungel im Landesinneren . Ich würde euch den Tipp  jedoch geben,  die großen Hauptstraßen zu meiden. Zum einen, da man so das wirkliche Vietnam kennen lernen kann, mit seinen kleinen Ortschaften und wunderbaren Pho Restaurants entlang der Straßen. Zum anderen  ist es auch recht anstrengend auf den Hauptstraßen unterwegs zu sein , da dort viele Lkws unterwegs sind, die ein wahrhaftiges Hupkonzert anstimmen sobald sie einen Roller sehen , denn sie überholen wollen.

Am Ende kann ich aber auch nur sagen: Plant nicht zu viel, sondern lebt einfach in den Tag hinein. Und selbst eine blöde Panne oder eine stundenlange Irrfahrt, ergeben am Ende des Tages genau die abenteuerliche Würze, die euch Vietnam lieben lässt.

Autor: Björn Gieß von “Anfang 20 – Podcast

 

 

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