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Urlaub im Libanon?

Urlaub im Libanon?

Und da stehen wir nun, in Baalbek, am vierten Tag unserer Reise, und sprechen mit den ersten deutschsprachigen Touristen, die uns begegnet sind: „Haben euch auch alle gefragt, ob ihr verrückt seid, dass ihr Urlaub im Libanon macht?“

Ja, die Frage haben uns tatsächlich einige Menschen gestellt. Warum? Wahrscheinlich, weil das Land in den westlichen Medien nur als Kriegsgebiet und als Land in einer Krisenregion dargestellt wird. Und doch sind wir dort hin – und haben uns erstaunlich wohlgefühlt. Aber zurück zum Anfang:

Ende Mai ging es für mich von Deutschland über Istanbul nach Beirut. Die Grenzübergänge haben gut geklappt, außer ein paar Fragen zum Reisegrund, wollte niemand etwas wissen. Meinen Reisebegleiter (alias mein Freund) habe ich in unserer Unterkunft (AirBnB in Beirut, allerdings über private Kontakte vermittelt) getroffen – er hatte eine andere Reiseroute.

Mohammed-al-Amin Moschee, Beirut, 2018 © Tobias Schreiner: www.tobias-schreiner.com

Am ersten Tag, haben wir uns einen Eindruck von Beirut gemacht und waren beim Fastenbrechen (Iftar) in der Mohammed-al-Amin Moschee dabei. Eine riesige Moschee im Stadtzentrum Beiruts. Es war sehr spannend, am Iftar teilhaben zu dürfen! Obwohl während unserer Reisezeit Ramadan war, hatten wir keine Probleme uns „normal“ zu verpflegen – etwas kulturelles Bewusstsein sollte sich jedoch von selbst verstehen.

 

Beit Beirut, 2018 © Tobias Schreiner: www.tobias-schreiner.com

Auch den zweiten Tag haben wir noch in Beirut verbracht, bevor es daran ging, das Land zu erkunden. Ein Besuch im Beit Beirut stand auf dem Plan: Ein Museum, dass sich mit der Geschichte Beiruts und des Bürgerkriegs (1975 – 1990) auseinandersetzt. Es befindet sich an der grünen Grenze und die Spuren des Krieges sind deutlich zu sehen. Sehr interessant und zu empfehlen!

Am dritten Tag ging es mit dem Bus nach Jounieh, einer Stadt nördlich von Beirut und hauptsächlich christlich geprägt. Der Ausblick war super, der Kult um die christliche Pilgerstätte Harissa war tatsächlich allerdings etwas befremdlich.

Ausblick über Jounieh, 2018 © Tobias Schreiner: www.tobias-schreiner.com

Am vierten Tag haben wir uns ein Auto gemietet – in der Hoffnung, dass wir den nach drei Tagen in unserer Obhut unversehrt wieder abgeben können. Wenn fünf Fahrzeuge auf einer dreispurigen Straße nebeneinander fahren, weiß man, dass das Autofahren spaßig wird. Aber erst mal ging es raus aus der Stadt: nach Baalbek in der Bekaa-Ebene, wo riesige Tempelanlagen des römischen Reiches zu finden sind. WOW! Wir stellen fest: Libanon hat einiges zu bieten!

Baalbek, 2018 © Tobias Schreiner: www.tobias-schreiner.com

Von Baalbek aus sind es ca. 15km Luftlinie bis zur syrischen Grenze – das war dann doch ein seltsames Gefühl.

Amtssprache im Libanon ist übrigens Arabisch, es wird aber auch viel Französisch gesprochen (was aufgrund der Geschichte des Landes weit verbreitet ist) und auch Englisch ist gelegentlich zu finden.

 

Am fünften Tag der Reise haben wir uns auf den Weg nach Tripoli im Norden Libanons gemacht. Tripoli ist die zweitgrößte Stadt des Landes und vom Islam geprägt. Die Unterschiede zu Beirut sind deutlich zu sehen: Die Bevölkerung ist ärmer, die Religion ist deutlich präsenter und das Bild der Stadt ist ein komplett anderes.

Tripoli, Libanon 2018 © Tobias Schreiner: www.tobias-schreiner.com

Der Tagestrip nach Tripoli war spannend. Wir haben ein neues, verändertes Bild vom Land bekommen können, das man in Beirut so nicht unbedingt erhält. Die Menschen waren freundlich und interessiert, was wir dort machen. Es ist zu empfehlen, sich trotz der warmen Temperaturen angemessen zu kleiden (Wie auch im Rest des Landes, da man immer wieder durch sehr konservativ geprägt Regionen fährt. Ein Kopftuch ist allerdings keine Pflicht!).

Am sechsten Tag unserer Reise haben wir die Jeita Grotte besichtigt – ein absolutes Highlight und Must-See! Es dürfen leider keine Bilder gemacht werden, aber das, was man in den Grotten sieht (es gibt eine obere, durch die man durchläuft und eine untere, durch die man mit einem Boot gefahren wird), ist atemberaubend. Die Besichtigung der Grotte ist definitiv eins meiner Highlights der Reise!

Am letzten Tag unserer Reise haben wir es und in Beirut nochmal gut gehen lassen. Das Essen ist lecker, die Temperaturen sind warm, Beirut ist international und wir haben uns einfach wohlgefühlt.

Reiseempfehlung für alle, die Kultur und Geschichte eines Landes auf Reisen kennenlernen wollen – und nicht unbedingt die ganze Zeit am Strand liegen (das geht z.B. in Beirut auch, allerdings muss man für die gepflegten Strände zahlen, da diese zu den Hotels gehören). Und es gibt noch einiges mehr zu sehen: das Ausgehviertel in Beirut, Wasserfälle, Museen, alte Städtchen, Regionen, in denen bestimmte politische Ausrichtungen deutlich vertreten sind,

Bevor man die Reise in den Libanon antritt, sollte man sich Gedanken machen, was es heißt, in ein vom Islam geprägtes Land zu reisen. Außerdem ist etwas politisches Grundwissen nicht verkehrt (Stichwort: Hisbollah), um die Regionen einschätzen zu können. An das allseits präsente Militär gewöhnt man sich schnell und bei den Straßensperren und Kontrollen hatten wir nie Probleme. Lohnt sich also für alle, die ihren Horizont erweitern wollen!

Achja, das Auto ist übrigens heile geblieben!

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