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Warum lohnt sich die Reise nach El Salvador?

Warum lohnt sich die Reise nach El Salvador?

El Salvador ist wahrscheinlich kein Land, an das man als erstes denkt, wenn einen das Reisefieber packt. Ein Kommilitone sagte kürzlich zu mir „Ach, El Salvador ist so klein, das geht noch als Stadt durch!“. Warum dieses kleine, aber doch sehr feine Land eine Reise wert ist, möchte ich in diesem Bericht erzählen.

 

Am Anfang steht ein Plan

…oder eben auch nicht. Zwar stand bei unserer letzten Reise durch Zentralamerika mehr oder weniger fest, dass El Salvador ein Ziel sein wird, diese Pläne wurden aber durch andere Reisende, die wir zuvor in Guatemala trafen, mehr oder weniger über Bord geworfen. Wir hörten, dass El Salvador als Reiseland scheinbar nicht viel zu bieten hat und noch dazu sehr gefährlich sein soll. Auch die Behörden in Deutschland schrieben nicht viel Positives und so waren wir zunächst sehr verunsichert, ob es nicht zu riskant ist, die Reise dort fortzusetzen. Nichtsdestotrotz entschieden wir uns für El Salvador, da der Reiseführer (Lonely Planet) es so sehr lobte. Und was soll ich sagen- wir wurden nicht enttäuscht!

 

Land und Leute

Mit dem Bus fuhren wir bis zu Grenze Guatemalas und mussten von dort aus mit unseren sieben Sachen zu Fuß weiter. Dies war zunächst ein unbehagliches Gefühl, aber ein Zurück gab es nicht mehr. Also stiefelten wir los und wurden an der Grenzkontrolle direkt von sehr freundlichen Beamten empfangen. Diese regelten alles formale problemlos und wir konnten unseren Weg fortsetzen.

Der Bus brachte uns in die Nähe unseres Hostels nach Wahl und ich schreibe bewusst in die Nähe, denn ab diesem Punkt waren wir erst einmal lost. Die Orientierung fiel zunächst schwerer als gedacht aber mit den Spanischkenntnissen meiner Freundin Marlene und einem freundlichen Tankstellenwart (atención por favor, dieser taucht später nochmal auf) fanden wir den Weg zu unserem Schlafplatz für die nächsten Tage. Den Abend ließen wir mit einem Besuch auf dem Markt ausklingen und kauften dort Lebensmittel für ein typisches Abendessen: Tacos mit Gemüse und Guacamole.

 

Ein typisches Reiseziel ist die „Ruta de las Flores“. Diese Route lässt sich ganz einfach mit dem Bus abfahren und es besteht die Möglichkeit, an verschiedenen Stationen auszusteigen, um sich die umliegenden Orte anzuschauen. Den Weg zum Busbahnhof fanden wir natürlich wieder ganz einfach durch die Unterstützung unseres kompetenten Tankstellenwarts ¡Muchas Gracias! Die Busfahrt war ein wirkliches Highlight, denn die Natur El Salvadors ist unbeschreiblich schön und lässt sich gut vom Busfenster aus betrachten. Aber nicht nur die Landschaft ist ein Grund die Fahrt aufzunehmen, auch die Menschen sorgen für jede Menge Unterhaltung. An jeder zweiten Bushaltestelle steigt nämlich ein Verkäufer ein, der seine Waren zum Besten gibt. Es werden Dinge verkauft, die auf keiner Busfahrt fehlen dürfen: Snacks, Kalender, Spielzeuge, Haushaltswaren…. Helfen konnten wir auf dieser Fahrt auch noch, ein Mann transportierte zwei riesige Pakete Glaswolle und wir wurden spontan als Träger dieser eingesetzt. Man hilft eben, wo man kann.

 

Wie es für Reisende in El Salvador üblich ist, besuchten auch wir den „Parque Nacional Los Volcanes“. Dies ist ein Nationalpark, von welchem man verschiedene Vulkane besteigen kann. Wir entschieden uns für eine einstündige Wanderung, die nur in einer Gruppe unternommen werden konnte. Neben dem Eintritt mussten wir schließlich noch für den Guide bezahlen, den wir auf der Wanderung jedoch kein einziges Mal sahen. Aber ich sag ´mal so…alle Fragen bezüglich des Vulkans sind geklärt! :D. Oben angekommen erwartete uns eine wunderschöne Aussicht und wir konnten gar nicht wirklich fassen, welch schöne Flecken unsere Erde zu bieten hat.

Hin- und Rückfahrt erledigten wir innerhalb von fünf Stunden mit dem Bus. Es besteht zwar auch die Möglichkeit, die Tour geführt mit einem Shuttlebus zu buchen und so nur insgesamt eine Stunde Fahrtzeit zu haben, dies kostet allerdings ein paar Groschen mehr. So hatten wir mehr Fahrt für weniger Geld.

Ein Besuch in der Hauptstadt San Salvador wurde uns zwar nicht direkt empfohlen, dennoch nahmen wir uns einen Tag Zeit, diese zu erkunden. Die Anreise mit dem Bus war zunächst nicht eindeutig, da unser Tankstellenwart an diesem Tag wohl frei hatte. Wie zu erwarten stiegen wir in den falschen Bus und wären mit der 44 fast ins „Gangsters Paradise“, wie wir es nannten, gefahren. Eine freundliche El Salvadorianerin warnte uns jedoch aufgrund der erhöhten Kriminalitätsrate weiterzufahren und so nahmen wir einen anderen Bus und gelangten letztendlich doch noch zum Zentrum. Die Innenstadt ist quasi ein riesiger Markt. Es gibt alles, was das Shoppingherz begehrt und das in tausendfacher Ausführung. Auch Früchte, frische Säfte und viele Essensstände sind vorhanden. Ein Besuch in den Abendstunden ist außerdem die Kirche „Iglesia El Calvario“, denn es erwartet einen ein beeindruckendes Lichtspiel. Die Busfahrt zurück entpuppte sich wieder als wahrliches Highlight. Wir trafen Menschen mit Cowboyhüten, uns wurden Schokoriegel angeboten, auf denen das Haltbarkeitsdatum als besonderes Qualitätsmerkmal angepriesen wurde und Soldaten mit riesigen Gewehren waren auch mit von der Partie.

Insgesamt verbrachten wir fünf Tage in El Salvador. Eine kurze aber wunderschöne und erlebnisreiche Zeit.

Das Essen

Am liebsten essen die El Salvadorianer wohl „Gallo Pinto“, dies ist ein Gericht bestehend aus Reis, Bohnen(paste), Käse und Eiern. Es wird auch schon mal zum Frühstück serviert und ist eigentlich Nationalgericht in Nicaragua und Costa Rica. Schmeckt allerdings auch in El Salva gut. Des Weiteren probierten wir ein sehr, sehr, sehr, sehr, sehr süßes Reismilchgetränk namens „Horchata“, kauften uns Milchreis to go oder aßen die überall verfügbaren „Pupusas“ (überall verfügbar stand im Reiseführer und so waren wir sehr neugierig, diese zu probieren, fanden sie jedoch erst nach langer Suche). Pupusas sind Teigfladen, die z.B. mit Käse gefüllt sind und mit Salat und Salsa serviert werden. Natürlich stehen Tacos mit diversem Gemüse auch auf dem Speiseplan.

Übrigens sind nicht die El Salvadorianer Vegetarier, sondern wir, weswegen ich nicht über fleischhaltige Gerichte berichten kann.

In a Nutshell

Dieser Reisebericht sollte einen kleinen Einblick unserer Erfahrungen in El Salvador geben. Trotz der kleinen Größe hat El Salvadors Natur viel zu bieten und es ist ein Land, welches unsagbar viele Erlebnisse bereithält. Die Menschen begegneten uns, ganz klischeehaft, sehr freundlich und wohlwollend. Props an den Kollegen von der Tankstelle, bei dem wir uns am letzten Tag nochmal recht herzlich bedankten, dass er sein Wissen rund um die Busfahrzeiten mit uns teilte.

Trotz aller positiven Aspekte ist in einem solchen Land natürlich Obacht geboten. Gereist werden sollte, wie wahrscheinlich überall, nur mit eingeschalteten und gesunden Menschenverstand. Auch der möglichen Gefahren und Risiken sollte sich ein jeder Reisende bewusst sein, aber da bietet das Internet mehr Informationen, als dass ich darüber berichten könnte. Natürlich ist es auch nicht ganz verkehrt, sich im Vorhinein über die politische Situation und aktuelle Reisehinweise zu informieren. Ist dies geschehen und die Reiselust nicht im Keim erstickt, wünsche ich allen Reisenden eine wunderbare Zeit in diesem viel zu unterschätzten Land.

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